Malaria und Dengue-Fieber in Kambodscha

Patrick Woessner am
Malaria und Dengue-Fieber in Kambodscha
Sowohl Malaria wie auch Dengue-Fieber kommen in Kambodscha vor. Während das Infektionsrisiko mit Dengue-Fieber in städtischen Gebieten höher ist und es alle paar Jahr epidemische Anstiege der Infektionen gibt, kommt Malaria eher in den ländlichen Gegenden von Kambodscha vor.
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In weiten Teilen von Kambodscha besteht ein Malaria-Risko.

Auch das Dengue-Fieber kommt in Kambodscha vor.

Empfehlenswert ist es in jedem Fall, sich vor der Kambodscha-Reise mit dem Thema Mückenschutz auseinander zu setzen – denn teils einfache Schutzmaßnahmen können das Übertragungsrisiko für beide Krankheiten senken.

Malaria in Kambodscha

Regionales Malaria-Risiko in Kambodscha

Je nach Reiseschwerpunkt kann die Gefährdungslage für Malaria bestimmt werden.

Für alle Fragen zum Umgang mit dem Malaria-Risiko ist ein Tropenarzt der richtige Ansprechpartner.

Folgende Übersicht zum regionalen Malaria-Risiko in Kambodscha stammt von den National Health Services Scotland (NHS, vgl. Quelle inkl. Karte) und wurde letztmalig am 06.09.2017 abgerufen.

  • Sehr geringes Infektionsrisiko: Siem Reap, Angkor Wat und das innere Areal vom Angkor Archaeological Park, Ufer-Region vom Tonle Sap sowie die Hauptstadt Phnom Penh.
  • Geringes Infektionsrisiko: Mittlere Region einschließlich Sihanoukville sowie Südliches Kambodscha
  • Hohes Infektionsrisiko: Nördliche und östliche Grenzgebiete zu Thailand und Laos

Die meist gewählte Route für eine „kleine“ Rundreise durch Kambodscha mit Aufenthalten in Phnom Penh und Siem Reap sowie mit Ausflügen in den Angkor Archaeological Park bringt demnach ein eher geringes Malaria-Risiko mit sich.

Anders kann das Risiko bei Reisen in einige ländliche Gegenden von Kambodscha ausfallen.

Geringes Malaria-Risiko in Siem Reap und Angkor Wat

Besucher, die zur Besichtigung von Angkor Wat und den weiteren Tempeln von Angkor nach Kambodscha kommen und in einem Hotel oder Gästehaus in Siem Reap unterkommen, sind keinem großen Malaria-Risiko ausgesetzt.

Die Region gilt als weitestgehend frei von Malaria.

Auch bei der Verlängerung vom Aufenthalt in Kambodscha mit Weiterreise nach Phnom Penh besteht kein großes Risiko, da Phnom Penh wie Angkor Wat als faktisch frei von Malaria gilt.

Anders kann es aussehen, wenn auch Reisen in das ländliche Kambodscha geplant sind.

Schutz gegen Malaria bei Reisen ins ländliche Kambodscha

Kommentar von Patrick

Moskito-Stiche lassen sich mit teils einfachen Maßnahmen reduzieren oder ganz vermeiden – damit sinkt auch das Übertragungsrisiko.

Für Rundreisen im ländlichen Kambodscha werden häufig vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung einer Malaria Infektion empfohlen.

Eine medikamentöse Malaria-Prophylaxe wird zwar seltener von Ärzten empfohlen, kann jedoch im Einzelfall auch angeraten sein. Hierzu sollte vor Reisebeginn die Rücksprache mit einem Tropenarzt gesucht werden.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen Malaria gehören:

  • Tragen langer, möglichst heller, schützender Kleidung
  • Nutzung von Mückenspray bzw. Moskito-Repellent
  • Übernachtung in klimatisierten Räumen und/oder mit Moskitonetz
  • Nach Bedarf Anwendung von Insektiziden oder Moskitospiralen (Mosquito coil)
  • Mitführen einer Standby-Medikation für den Infektionsfall

Während der Moskito-Schutz mittels Kleidung, Mückenspray und Übernachtung in einer geschützten Umgebung selbst umgesetzt werden kann, ist bzgl. Standby-Medikation und ggf. Malaria-Prophylaxe eine ärztliche Konsultation notwendig.

Übertragung von Malaria

Malaria wird durch die Anopheles-Mücke übertragen. Die blutsaugende Mückenart ist nachtaktiv und kann Malaria beim Stich übertragen.

In Kambodscha kommt die gefährliche Malaria tropica vor.

Unbehandelt kann die Malaria-Form akut lebensbedrohlich werden. Eine schnelle und zielgerichtete Behandlung ist im Infektionsfall entscheidend.

Die Symptome nach einer Malaria-Infektion sind ähnlich einem grippalen Infekt. In der Regel kommt es zu Fieber sowie Kopf- und Gliederscherzen und Durchfall. Bei schweren Krankheitsverläufen kommt es ebenfalls zu Lähmungen und teilweisem Organversagen.

Wird rechtzeitig die Diagnose erstellt und erfolgt eine zeitige Behandlung, kann auch die schwerwiegende  Malaria tropica zuverlässig behandelt werden.

Als neue medizinische Herausforderungen gelten jedoch die neuen resistenten Formen von Malaria, die unter anderem im Grenzgebiet von Thailand und Kambodscha nachgewiesen wurden.

Dengue-Fieber in Kambodscha

Dengue-Fieber in Kambodscha

Anders als Malaria, fällt das Risiko, von einer Mücke gestochen zu werden, die den Dengue-Virus in sich trägt, in städtischen Gebieten nicht geringer aus – im Gegenteil sogar.

Sowohl in ländlichen wie auch städtischen Gebieten in Kambodscha kann Dengue vorkommen.

Tendenziell wird in Kambodscha jedoch eher aus urbanen und suburbanen Regionen von Dengue-Fieber berichtet. Betroffen sind oder waren z.B. Siem Reap inkl. Umland sowie Phnom Penh inkl. Umland (z.B. Kandal-Provinz).

Auf der Webseite der WHO findet sich ein Karte (Link), die Dengue-Fallzahlen je nach Region auswertet.

Üblicherweise alle fünf bis sieben Jahre kommt es in Kambodscha zu einer Dengue-Epidemie, bei der sich die Fallzahlen zuspitzen.

Übetragung von Dengue-Fieber

Dengue-Fieber wird von zwei Mückenarten übertragen, die in Kambodscha vorkommen.

Die Aedes aegypti-Mücke und die Aedes albopictus-Mücke (auch bekannt als Asiatische Tigermücke) können das Virus in sich tragen und beim Stich auf den Menschen übertragen.

Anders als die Anopheles-Mücke (Malaria-Träger) sind diese beiden Stechmücken auch tagaktiv.

Neben dem Dengue-Virus kann die Aedes aegypti-Mücke auch andere Virus-Erreger wie Gelbfieber oder Zika übertragen, weshalb die Mücke teilweise auch als Gelbfiebermücke bezeichnet wird.

Auch die Asiatische Tigermücke kann neben dem Dengue-Virus weitere Viruserkrankungen wie das Zika-Fieber übertragen.

Grundsätzlich gelten die Infektionszahlen während der Regenzeit (Mai bis Oktober, siehe Reisezeit) als höher.

Schutz gegen Dengue-Fieber

Kommentar von Patrick

Schutzmaßnahmen gegen Malaria und Dengue-Fieber sind ähnlich – wichtig ist es, Moskito-Stiche möglichst von vornherein zu vermeiden.

Gegen den Dengue-Virus gibt es weder eine Impfung noch medikamentöse Prophylaxe-Möglichkeiten.

Die vorbeugenden Maßnahmen dienen der Vermeidung von Stichen (lange und helle Kleidung, Mückenspray bzw. Moskito-Repellent, Übernachtung in klimatisierten Räumen, Moskito-Netz etc.) – sind also ähnlich wie die vorbeugenden Maßnahmen bei Malaria.

Kurzum: Wichtig ist Mückenschutz, Mückenschutz und nochmal Mückenschutz.

Eine Standby-Medikation gibt es für das Dengue-Virus nicht.

Eine ursächliche Behandlung ist ohnehin nicht möglich, weshalb in Verdachtsfällen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Dieser kann Medikamente zur Behandlung der Symptome individuell verordnen, um den Krankheitsverlauf ggf. zu begünstigen.

Symptome – das „Knochenbrecher-Fieber“

Die Symptome von Dengue-Fieber erinnern ein wenig an die einer Grippe – Fieber, Kopfschmerzen, Gliederscherzen, Übelkeit und Erbrechen, Hautausschläge und Schmerzen hinter den Augen (Bindehautentzündung) können dazu gehören.

Gerade die Gliederschmerzen (die extrem ausfallen können) haben dem Dengue-Fieber einen Spitznamen eingebracht – es wird auch als „Knochenbrecher-Fieber“ bzw. „Breakbone Fever“ bezeichnet.

In Verdachtsfällen ist die Konsultation eines Arztes unerlässlich – dieser kann den Verdacht mit einem Bluttest sichern.

Möglich ist auch, dass die Infektion erst nach der Heimkehr ausbricht. Inkubationszeiten von bis zu 14 Tagen sollen vorkommen, weshalb es wichtig ist, den behandelnden Arzt über eine Tropenreise in Kambodscha zu unterrichten.

Wie schwer Dengue-Fieber verläuft, kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen.

Neben leichten Verlaufsformen, die vielleicht an eine leichte Grippe erinnern, sind auch schwere Verlaufsformen mit dem Dengue-Hämorrhagisches-Fieber und Dengue-Schock-Syndrom möglich, die lebensbedrohlich aber zum Glück selten sind.

Die bedrohlichen Verlaufsformen kommen vor allem bei früheren Erkrankungen mit einem anderen Dengue-Virustyp vor; jedoch sind auch Kinder und ältere Menschen davon betroffen.

Weitere Informationen zu Tropenkrankheiten in Kambodscha

Da dies ein Reiseblog ist, dienen die Hinweise an dieser Stelle nur zur allgemeinen Information.

Weitere Informationen zum Thema Malaria und Dengue-Fieber (sowie weiteren Gesundheitsthemen) in Kambodscha finden sich z.B. hier:

Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, vor einer Kambodscha-Reise Rücksprache mit einem Tropenarzt zu halten.

Durch Auswertung des individuellen Reiseprofils kann mit dem Tropenarzt die geeignete Vorbereitung festgelegt werden.

Patrick WoessnerAutor
Ich bin Patrick (32) und ich bin viel unterwegs. Der Reiseblog Trip Angkor ist nach der zweiten Kambodscha-Reise entstanden. Mittlerweile sind es noch noch einige mehr Reisen dorthin geworden. Mit der Zeit bin ich so etwas wie ein Kambodscha-Experte geworden und teile hier meine Erfahrungen.
Mehr Infos zu mir gibt es hier bei Trip Angkor auf der oder auch auf meiner Persönlichen Webseite.
5 Kommentare zu “Malaria und Dengue-Fieber in Kambodscha”
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